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Persönliches
Josef und Maria Jung gewidmet,
den Eltern des Verfassers,
in Dankbarkeit.
Vater des VerfassersMutter des VerfassersStellvertretend für Alle, die ihm
im Leben weitergeholfen
haben.

 

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Wer als Privatperson die Betreuung eines pflegebedürftigen Menschen übernommen hat und diesem über die reine Pflege hinaus therapeutisch helfen möchte, hat oft wenig Zeit zum Einholen von Informationen über solche Möglichkeiten. Diese Site ist ein Versuch, Betreuenden etwas Recherche - Arbeit abzunehmen. Nicht leisten kann sie auch nur ansatzweise die vollständige Präsentation aller zu einem Thema global vorhandenen Informationen. Sie ist lediglich eine Zusammenstellung von nach und nach gefundenen Informationen in Ergänzung zu bereits von Anderen zusammengetragenen Basis - Informationen.

Da der Verfasser keine Ausbildung in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf hat, kann er keine spezielle Beratung für konkrete Pflegesituationen bieten. Das ist Aufgabe von Pfleger/inne/n, Ärzt/inn/en und Apotheker/inne/n. Geht es um sehr alte, sehr kranke oder schwerstbehinderte Menschen, kann allerdings ärztlicher Rat anders ausfallen als erwartet, siehe unten. Wer nach ethischen Handlungskriterien zum betreuenden Umgang mit besagtem Personenkreis sucht, stößt letzten Endes auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.

 

 

Pflege und Ethik


 

In der Bevölkerung "westlicher" Industrienationen herrscht zu Beginn des 21. Jahrhunderts verbreitet Toleranz gegenüber dem Absetzen lebenserhaltender Maßnahmen oder der aktiven Zerstörung des Körpers bei schwer Kranken oder Behinderten. So soll Diesen Leid erspart werden. Ab welchem Ausmaß an Leid, ab welchem Alter und ab welcher Untergrenze für statistisch zu erwartende Besserungsaussichten bei einer Erkrankung oder Behinderung das Ende eines Menschenlebens herbeigeführt werden sollte ist dabei von menschlicher Beurteilung und damit ethischer Willkür abhängig. Auch scheinbar objektive Kriterien sind bei näherer Betrachtung keine allgemein akzeptierbaren ethischen Fixpunkte.

 

Materialistisches Menschenbild

 

Nach materialistischer Ideologie sind Menschen biologische Roboter, deren Aktivitäten alleine von Naturgesetzen bestimmt werden. Demnach ist die Psyche ein Ausdruck neuronaler Schaltvorgänge des Körperbauteils Gehirn und sie steht und fällt mit dessen Funktionsfähigkeit. Ethisches und soziales Empfinden und Handeln sind Phänomene der biologischen Evolution, die über die Stabilisierung sozialer Gemeinschaften Individuen Selektionsvorteile verschaffen. Zweck eines Menschenlebens ist die Maximierung individuellen Wohlergehens, um im Erfolgsfall Gene weitergeben zu können, die zur Aufrechterhaltung eines Evolutionsprozesses taugen, dessen Sinn alleine in ihm selbst liegt. Wer in diesem System zu kurz gekommen ist, hat halt für immer und ewig Pech gehabt. Als Konsequenz aus Alldem gilt körperliche oder geistige Behinderung als Makel, von dem die Gesellschaft, die Angehörigen von derart Beeinträchtigten und Diese selbst durch vorgeburtliche Diagnostik und Schwangerschaftsabbruch oder Entzug lebenserhaltender Maßnahmen im späteren Leben befreit werden können. Menschen können als biologische Objekte betrachtet werden, deren Wert oder Unwert sich nach ihrem Nutzen oder Schaden für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen bemisst. Wo auf einer diesbezüglichen Skala intensiver Pflege Bedürfende zu liegen kommen, ist leicht abschätzbar.

Auf der Basis einer vermuteten rein biologischen Natur des Menschen wurden zu Beginn des 21. Jahrhunderts Kampagnen gestartet, mit denen Vertreter/innen eines humanistischen Materialismus ihre Mitmenschen aus den Fängen ihrer Ansicht nach Lebensspaß raubender religiöser Organisationen befreien und ihnen zu einem glücklicheren Leben ohne Angst vor überirdischen Mächten verhelfen wollten. Die menschliche Existenz, so die dahinter stehende Ideologie, ende mit dem Tod vollständig und entgangene Freude im irdischen Leben sei ein nie mehr ausgleichbares Defizit. Demnach wäre jedoch ein Mensch ein rein biologisches Wesen ohne unsterbliche Seele, dessen Existenz und Verhalten vollständig von den Naturgesetzen bestimmt wird. In diesem Fall wären aber auch diese sich humanistisch nennenden Initiativen lediglich ein Marionetten - Theater der Evolution, bei dem die Naturgesetze die Fäden ziehen würden und, da es in einer solchen Welt keinen freien Willen gäbe, Verhältensänderungen von Menschen aufgrund besagter Kampagnen keine Erfolge von diesen sondern von vorneherein feststehende, naturgesetzlich vorherbestimmte Ereignisse. Naturgesetzlicher Determinismus anstelle von durch besagte Kampagnen ausgelöstem selbstbestimmtem Handeln wäre dann auch der Grund, wenn sich Menschen von der Versorgung Betreuungs- und Pflegebedürftiger ab- und der Spaß - Maximierung in ihren Rest - Lebenszeiten zuwenden würden. Da in einem materialistischen Welt - Bild kein Platz ist für auf willentliche Entscheidungen beruhende Verantwortlichkeiten, kann jedes Verhalten von Menschen mit unausweichlichem naturgesetzlichem Zwang hierzu entschuldigt werden.

 

Menschen als Seelenwesen

 

Wäre ein Mensch nur ein biologischer Roboter und sein Bewusstsein nur ein Programm - Paket seines Gehirn - Computers, warum sollte die Evolution sich dann das Kuriosum erlaubt haben, dass etliche Individuen dieser Tier - Art solche Vorstellungen als bedrückend empfinden [6]? Auch angenehme Gefühle bei der sinnlichen Wahrnehmung von Dingen, die dem Menschen keine individuellen materiellen oder evolutionären Vorteile bringen, könnten Hinweise auf eine von mehr als nur von Naturgesetzen bestimmte Welt sein. Gleiches gilt für den Antrieb in vielen Menschen, Anderen beim Leben zu helfen, auch wenn Diese körperlich schwer geschädigt sind, und sie nicht als evolutionären Müll aus dem Weg zu räumen. Wie sollte evolutionstheoretisch erklärt werden, dass vielen Menschen von ihnen betreute, als Fortpflanzungsinstrumente und Reservoire guter Gene wenig brauchbare Schwerstbehinderte emotional so viel bedeuten, dass sie in erheblichem Umfang Arbeit und andere ökonomische Ressourcen in deren Pflege stecken, statt diese Mittel zum Vorantreiben der Menschenzucht zu verwenden?

Leider scheint dieser Antrieb zu Beginn des 21. Jahrhunderts in im globalen Vergleich wirtschaftlich gut situierten Ländern abzunehmen, was sich nicht nur in Diskussionen um die Finanzierbarkeit von medizinischen und pflegerischen Leistungen widerspiegelt sondern auch in der Häufigkeit des Abbruchs von Schwangerschaften bei Behinderung von Ungeborenen. So gelten zum Beispiel in Deutschland vor Allem bei Deutschstämmigen Ungeborene mit der Anomalie Trisomie 21 (Down - Syndrom) als unzumutbare Belastung für ihre Eltern und für sich selbst. Aus der Erfahrung heraus ist solches Denken nicht begründbar, da sowohl Menschen mit dieser Gen - Variante als auch deren Eltern mit Diesen zusammen ein glückliches Leben führen können [27]. Menschen mit der genannten oder einer anderen Abweichung vom Durchschnittskörper können zudem zeigen, dass körperliche und intellektuelle Behinderung etwas Anderes ist als seelische Behinderung, und sind damit lebende Hinweise auf eine Seele im Menschen.

Gesundheitlich erheblich Beeinträchtigte wie der kleine Lee Un Je, Bild rechts [19], zeigen durch ihre einfallsreiche Art der Problem - Bewältigung oft mehr Lebensmut, als viele "Gesunde" ihnen zutrauen. Menschen wie er werden zwar ihr Leben lang sehr abhängig von der Hilfe Anderer sein und volkswirtschaftlich vielleicht als Minus - Faktor gelten. Dass sie dennoch von Anderen gemocht und betreut werden könnte ein tröstliches Zeichen dafür sein, dass wir Menschen mehr sind als rein materielle Produkte der biologischen Evolution.

                 Lee Un Je

Bei Annahme einer willentlich und autonom handlungsfähigen sowie auch ohne Körpersinne wahrnehmungsfähigen und ohne Gehirn gefühlsfähigen Seele im menschlichen Körper erhält die Frage nach der Berechtigung zur wie auch immer provozierten Zerstörung eines Körpers aus humanitären Gründen eine Bedeutung, die über die begrenzte Welt - Erkennbarkeit irdischer Menschen hinausreicht. In einem solchen Welt - Bild hat irdisches menschliches Leben einen überbiologischen Sinn und sollte nach Ansicht des Verfassers mit zur Verfügung stehenden Mitteln geschützt und nicht, auch nicht aus Mitleid, zerstört werden. Auch für Menschen, die an eine unsterbliche Seele auch in Schwerstbehinderten glauben, ist es jedoch sicher akzeptierbar, wenn mit therapeutischen Mitteln körperliche Beschwerden genommen werden unter Inkaufnahme einer Lebensverkürzung. Manche Beispiele, mit denen anhand abschreckender Patient/inn/en - Schicksale die Humanität des Entzugs lebenserhaltender Maßnahmen demonstriert werden soll, zeigen, dass die Betroffenen erst durch vermeidbare medizinische Vernachlässigung in ihre schlimmen Situationen geraten sind [28].

 

 

System - Zwänge


 

Betreuung und Pflege von Menschen werden nach Ansicht des Verfassers nie optimal sein, wenn sie ökonomisiert, kommerzialisiert und institutionalisiert werden, da Betroffene unter solchen Umständen Gefahr laufen, für die sie Verwaltenden und die an ihnen Verdienenden zumindest unterbewusst eher Objekte als Subjekte zu sein. Wenigstens gedacht werden sollte daran, dass eine Gesellschaft vielleicht auch auf Basis kollektiver Freigiebigkeit und gegenseitiger Unterstützung funktionieren könnte [4], auch wenn der Trend global in die entgegengesetzte Richtung geht, nach der das Anhäufen individuellen Besitzes gegen Unbillen des Lebens hilft. Würde sich Jede/r aus innerer Überzeugung nach Kräften um Hilfsbedürftige kümmern, könnte sie/er bei Bedarf auch selbst mit Hilfe Anderer rechnen, was einer Pflegeversicherung ohne Notwendigkeit staatlichen Zwangs und Regelns gleichkäme.

Wohin der medizinische, pflegerische und emotionale Umgang mit Menschen driften kann, wenn er zunehmend bürokratischen und ökonomischen Zwängen unterliegt sowie von einem materialistischen Menschenbild beeinflusst wird, zeigen einige Berichte aus der Wirklichkeit, die in erheblichem Kontrast stehen zu verklärenden Selbstdarstellungen von Institutionen des Gesundheits- und Pflegewesens [26][29].

Pflege- und Betreuungsbedürftige sollten jedoch nicht nur als ökonomische Leistungen Empfangende gesehen werden. Gerade die am schwersten Beeinträchtigten können ihren gesunden Mitmenschen, soweit diese an eine unsterbliche Seele im Menschen glauben, zur Einsicht verhelfen, dass Leben Sinn und Qualität haben kann auch ohne Beteiligung an Konsumwahn, Erfolgsfetischismus und Körperkult [11]. Abseits solcher Kenngrößen für Lebensgenuss bleibt noch das Gefühl, von Mitmenschen aus seelischer Zuneigung gemocht und umsorgt zu werden, als Lebenssinn und Lebensqualität gebend für Betreute und Betreuende [10], ein erheblicher gefühlsökonomischer Gewinn.

 

 

Körper und Seele


 

Verhaltensforschung, Neurologie und Psychiatrie haben eine Fülle von Erkenntnissen über die Mechanismen menschlichen Verhaltens und Beziehungen zwischen Denkvorgängen und Gehirn - Aktivitäten angehäuft, die Vorstellungen von spirituellen seelischen Wesen in Menschen absurd erscheinen lassen könnten [9][16]. Viele Neuro- und Psychobiolog/inn/en halten Bewusstsein für ein aufgrund Prägung durch Gene und Umwelt entstandenes Verhaltensprogramm in Gehirnen von Menschen und plädieren dafür, solchen mit Gehirn - Funktionen unterhalb eines von ihnen bestimmten Niveaus, zum Beispiel in Koma - Zuständen, bei schwerem Gehirn - Trauma oder bei fortgeschrittener Demenz, lebenserhaltende Maßnahmen zu verweigern [12][13][17][21]. Unter Annahme eines Verlustes menschlicher Empfindungen bei derartigen Patient/inn/en wird für eine Vorenthaltung zum Überleben notwendiger Hilfe geworben mit dem Argument, Betroffene hätten nichts mehr von einem Leben unter besagten Bedingungen. Diese sind, soweit sie in seltenen Fällen ihre Kommunikationsfähigkeit wiedererlangen, jedoch manchmal ganz anderer Meinung, siehe unten.

terri schiavo                 

Die Auseinandersetzungen um die Wachkoma - Patientin Terri Schiavo, im linken Bild mit ihrer Mutter, zeigen exemplarisch, wie schwer es zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Erhaltung der Körper auch Schwerstbehinderter als Wohnungen ihrer Seelen Befürwortende haben gegen den Anspruch von Mediziner/inne/n, den Wert eines Lebens aus Gehirn - Untersuchungen und neurologischen Tests ableiten zu können, und die Bereitwilligkeit von Jurist/inn/en, bei angeblich zu geringem Lebenswert Entzug von Lebenshilfe zu legalisieren [18].

Obwohl mangels Sprechkontakt und technischer Möglichkeiten zum Lesen von Gedanken und Gefühlen nicht verifizierbar wurden aufgrund dokumentierbarer Gehirn - Schädigung dieser Frau irreparabler Schwund des Bewusstseins und Mangel an Lebensqualität unterstellt, Blicke und Lächeln als gefühlsleere Ausdrücke bloßer Reflex - Tätigkeit interpretiert. Gegen den Widerstand ihrer Eltern und weiter Kreise der Bevölkerung wurden auf Betreiben ihres Ehemanns aufgrund angeblich früher einmal geäußerter Wünsche und legalisiert durch eine Gerichtsentscheidung ihr Lebensmittel vorenthalten bis der Tod ihres Körpers eintrat.

Dass in naturwissenschaftlichem Denken gefangene Mediziner/innen die Vorstellung einer mit ihrer Kompetenz nicht fassbaren Seele auch in einem Körper mit schwerst geschädigtem Gehirn ablehnen, ist Teil ihres persönlichen Welt- und Menschenbildes. Dies jedoch zu einem medizinischen Dogma hochzustufen, das die bewusst herbeigeführte Zerstörung des Körpers eines derart behinderten Menschen rechtfertigt, rückt sie in die Nähe Solcher, die aus religiöser oder politischer Überzeugung beanspruchen, menschliche Körper vernichten zu dürfen.

Mediziner/innen, für die Menschen Produkte eines Naturdeterminismus ohne freien Willen und unsterbliche Seele sind, sollten konsequenterweise sich und ihren Patient/inn/en klarmachen, dass diese ihr Leben gar nicht willentlich durch freie Entscheidungen beeinflussen können, dass sowohl ärztliche Tätigkeit als auch Patient/inn/en - Schicksale aufgrund der Naturgesetze vorherbestimmt und nur Teile eines biologischen Spiels sind, das auf Optimierung eines seiner Figuren - Typen, der biologischen Maschine Mensch, mit sozialdarwinistischen Mitteln ausgerichtet ist.

 

 

Die Sache mit der Lebensqualität


 

Wer als Betreuer/in Menschen, die sie/er sehr mag und denen es gesundheitlich sehr schlecht geht, jenseits aller ethischen Philosophie alleine aus dem Gefühl heraus nicht aufgeben möchte, muss mit Vorwürfen von Mitmenschen rechnen, sie/er wehre sich gegen etwas Unabänderliches, könne Betreute nicht loslassen und erschwere ihnen so den Abgang aus dem Leben. Diese hätten keine Lebensqualität mehr; Leben sei für sie nur noch Leiden. Für Bewusstlose mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen müsse es ein Horror sein, nach Erwachen sich ihrer Situation bewusst zu werden.

Wer Schwerstbehinderten pauschal ein baldiges Lebensende wegen Fehlen von Lebensqualität wünscht, ignoriert die lebensbejahende Einstellung Vieler von ihnen [1][2][3][4][7][14][22][23]. Nach Eindruck des Verfassers widmen sich öffentliche Medien Beeinträchtigten, die um ihr bewusst herbeigeführtes vorzeitiges Lebensende kämpfen, weitaus intensiver als denen, die trotz sehr schwieriger gesundheitlicher Situation gerne leben. Dies und die Empfindung Vieler, dass schwer Kranke und Behinderte ihr "Heile Welt" - Leben stören und die Sozialversicherung belasten, erklärt die in der Bevölkerung verbreitete Befürwortung einer provozierten Lebensverkürzung für solche Menschen. Übrigens sollte sich einmal die Einsicht verbreiten, dass Unterlassen von Hilfe zwar eine passive Nichthandlung ist, aber auf einer aktiven Entscheidung der Unterlassenden beruht. Mit gutem Willen und fachlicher Unterstützung kann auch schwer Behinderten ein erträgliches bis glückliches Leben ermöglicht werden [20][30]. Wer dennoch für eine gewollte Lebensverkürzung Behinderter plädiert, siehe oben, hat womöglich andere Motive als die vorgebliche Humanität. Mit dieser als Begründung hilflosen Leidenden Nahrung, Wasser oder Atmungshilfe zu entziehen erscheint bizarr, da trotz fehlender Kommunikationsfähigkeit bei Betroffenen eine Empfindungsfähigkeit vorhanden sein könnte, die solchen Umgang zur Leid - Steigerung geraten ließe [25]. Behauptungen von Ärzt/inn/en, die so Behandelten merkten nichts, sind deren subjektive, nicht beweisbare persönliche Meinungen. Daran ändern auch gerne zur Begründung herangezogene gehirndiagnostische Befunde nichts. Für die Annahme, das Fehlen bestimmter technisch erfassbarer Gehirn - Aktivitäten bedeute Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit, fehlt bislang jeder Beweis. Berichte von Menschen, die schwere Ausfälle ihrer Gehirn - Tätigkeit erlitten hatten, bezeugen eher das Gegenteil [5][16]. Hinweisen auf eine ohne den irdischen Körper existenzfähige Seele zufolge muss damit gerechnet werden, dass seelisches Empfinden möglich ist auch ohne von Gesunden her bekannte Gehirn - Tätigkeiten. Auch für Menschen in solchem Zustand ist das Leben möglicherweise erträglich, wenn sie umsorgt werden und in Gesellschaft von ihnen Nahestehenden sind.

Aber auch schon bloße körperliche Unfähigkeit zur Kommunikation kann Anlass sein, davon Betroffenen seelisches Empfinden und damit bewusstes Leben abzusprechen. Gelingt mit besonderen Mitteln eine Verständigung mit diesen Behinderten oder können sie nach Genesung über ihren früheren Zustand berichten zeigt sich, wie schlimm eine solche Unterstellung auf sie wirken kann [5]. Viele Betreuungsbedürftige leiden unter Ignoranz und Abwendung ihrer Mitmenschen mehr als unter ihren eigenen Defiziten. Mit Angst und Abneigung besetzte Phantasien Gesunder über das sich Fühlen bei schwerster körperlicher Beeinträchtigung in davon wirklich Betroffene hineinzuprojezieren, ohne das Zutreffen solcher Vorstellungen verifizieren zu können, kommt einer anmaßenden Bevormundung gleich.

Auch der Glaube an ein Weiterleben der Seele eines Menschen nach dem Zerfall seines irdischen Körpers sollte kein Grund sein, einen solchen vorsätzlich zu provozieren, um den Wechsel in ein besseres Jenseits zu beschleunigen. Wer solches propagiert, geht davon aus, dass die Seele in einem schwer geschädigten Körper gefangen ist und durch dessen herbeigeführte Zerstörung befreit werden sollte, eine trotz spirituellem Hintergrund traurige und entmutigende Vorstellung vom Wesen unserer Welt. Wer spirituell denkt, sollten dies konsequent tun und es der Seele überlassen, wann sie sich vom Körper trennen will. Vielleicht spüren auch oder gerade schwer Kranke, ob ihr Weiterleben von den sie Betreuenden gewünscht wird oder, wenn auch nur insgeheim oder unterbewusst, nicht. Echte Zuneigung von Mitmenschen scheint nach vielen Erfahrungen eine stark lebenserhaltende und Leid - mindernde Wirkung zu haben. Wer einem Menschen aus Mitleid bei der Zerstörung seines Körpers hilft, weil jener sein Leben nicht mehr aushält, bestätigt die hinter dem Todeswunsch steckende Aufgabe der Hoffnung auf Besserung. Wer vor dieser Art Hilfe zurückschreckt, kann sich um palliativmedizinische Hilfe gegen körperliche und psychosoziale Hilfe gegen seelische Schmerzen bemühen [26].

Eine verbreitete, manchmal an Verteufelung grenzenden Abwertung der Anwendung medizinischer Technik oder Therapien bei schwerst Geschädigten mit hoffnungsloser Prognose geht oft einher mit der verklärenden Vorstellung, ohne besagte Hilfen sei die Lebensqualität besser, das Restleben trotz Verkürzung sanfter, menschenwürdiger oder natürlicher. Allenfalls palliativmedizinische Betreuung wird nach solcher Propaganda akzeptiert. Diese scheint jedoch völlig zu verdrängen, dass die Intensivbehandlung von Patient/inn/en der Beschwerdenlinderung dient und deren Lebensqualität vielleicht primär durch fehlende Zuwendung von Mitmenschen beeinträchtigt wird. Für Letzteres sind jedoch weder intensivmedizinische Maßnahmen noch überlastetes Krankenhaus - Personal verantwortlich.

 

 

Des Menschen Wille


 

Fehlt Menschen das Vermögen, ihren Willen auf eine juristisch gültige Art zu äußern, müssen an deren Stelle Andere medizinische, soziale und finanzielle Entscheidungen treffen. Haben die Betreuten sich früher einmal zum gewünschten Umgang mit ihnen in solchen Situationen geäußert, können sich Entscheidungsträger/innen daran orientieren. Ungewiss muss dabei aber bleiben, ob einst unter anderen Lebensumständen getroffene Entscheidungen nach Eintritt des Ernstfalles von Betroffenen noch aufrecht erhalten würden. Wieder stellt sich die Frage nach dem Bewusstsein von als unzurechnungsfähig oder bewusstlos Bezeichneten und deren menschlichem Wert. Viele versuchen diese Frage zu umgehen indem sie einfach voraussetzen, in solchem Zustand sei ein baldiges Lebensende im Interesse der Betroffenen, und anders Denkenden vorwerfen, quälende Situationen von Pflegebedürftigen aus ethischem Dogmatismus oder emotionalem Egoismus verlängern zu wollen [13].

Vorsorgliche Verfügungen zum Umgang mit den sie Unterzeichnenden bei entfallener Selbstbestimmungsfähigkeit werden zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einem gesellschaftlichen Klima verfasst, dass von Berichten über Personalknappheit und Missstände in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen [8], über geldknappe Kranken- und Pflegekassen, über finanzielles, körperliches und seelisches Elend bei auftretender Pflegebedürftigkeit und über Diskussionen zur aktiven und passiven Abkürzung des Lebens Leidender geprägt ist. So könnte bei Manchen der Eindruck erweckt werden, sie seien mit zunehmender Schwere einer Erkrankung oder Behinderung auch zunehmend nutzloser oder gar schädlicher Ballast für eine Gesellschaft, in der Kosten / Nutzen -, Konsum - und Konkurrenz - Denken, Jugend- und Schönheitswahn beherrschende Leitlinien zu sein scheinen. Dann wird in manche Patientenverfügung nicht alleine die Sorge um quälende Behandlungen bei ungünstiger Prognose einer Gesundheitsstörung eingehen sondern auch die Resignation, in solchem Zustand von den Mitmenschen nicht mehr gemocht zu werden.

Die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Menschen ohne erkennbare Mitteilungsfähigkeit aufgrund einstmals geäußerter Wünsche beinhaltet die Gefahr, dass zum Einen aus dem Kommunikationsdefizit fälschlich auf ein fehlendes Empfindungsvermögen der Betroffenen geschlossen wird und zum Anderen sich deren Ansicht inzwischen geändert hat. In diesem Fall könnte es vorkommen, dass einem hilflosen und zu Mitteilungen unfähigen, aber sich des Vorgangs bewussten Menschen gegen seinen Willen das Leben genommen wird durch Aktivitäten von ihn ärztlich und sozial Betreuenden, auf deren Unterstützung beim Weiterleben er vielleicht gehofft hatte [14][15][24].

Wer an eine auch ohne irdische materielle Hülle existente und auch ohne diese empfindungsfähige Seele glaubt muss konsequenterweise annehmen, dass Diese auch in einem von materialistisch Denkenden als empfindungslos abqualifizierten, scheinbar bewusstlosen Menschen vorhanden sein könnte, dem dann vielleicht lediglich die Fähigkeit fehlt, sich kommunikativ mitzuteilen, auch nicht mittels reaktiver elektrischer Gehirn - Signale. In diesem Fall würde die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen, oft plakativ als quälendes "Hängen an Schläuchen und Kabeln" diskreditiert, bedeuten, dass die Seele miterlebt, wie ihr Körper verhungern, verdursten, ersticken oder allmählich von Krankheitserregern zerstört werden gelassen wird. Ob ein solches Lebensende humaner ist als eine Lebenserhaltung mittels angeblich schrecklicher "Apparatemedizin" und Pharmaka, die ja primär der Bekämpfung körperlicher Störungen und damit potentieller Leidensquellen dienen, und als Abwarten eines spontanen Todes aus medizinisch nicht mehr beherrschbarer Ursache sollte Jede/r bei der Abfassung einer Patientenverfügung abwägen.

 

 

Ermutigungen


 

In Gesellschaftssystemen, deren Leitlinien Ökonomisierung, Kommerzialisierung und Technisierung aller Lebensbereiche, Besitz - Steigerung, Idealisierung körperlicher Unversehrtheit, Leistungsfähigkeit und Schönheit sowie ein materialistisches Menschenbild sind, können Behinderte oder Pflegebedürftige zusammen mit den für sie Sorgenden leicht in eine Außenseiterrolle geraten. Was können nun Betreuende tun, die es trotz Drängen ihrer Mitmenschen ablehnen, ihren Schützlingen durch bewusste Vorenthaltung von Lebensmitteln (Nahrung, Wasser, Luft) oder von mehr als nur lindernden (palliativen) Therapien zu "helfen"?

Vielleicht sollten sie sich von Gedanken befreien, dass körperliches Elend eine naturgemäße Vorstufe des Lebensendes sei. Dahinter steht ein Schicksalsglaube (Fatalismus), der in der Pflege zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden kann, bei der eine Erwartung die Handlungsweise so beeinflusst, dass das Erwartete auch eintritt: Unterstellte Nutzlosigkeit intensiver Bemühungen um Pflegebedürftige führt zur Begrenzung therapeutischer Hilfe auf die Linderung subjektiver Beschwerden; unbehandelte Grunderkrankungen verschlechtern den Zustand weiter; die aus Statistiken abgeleitete schlechte Prognose wird sich bestätigen, was umgekehrt wiederum die Statistiken bestätigen wird.

Die Praxis zeigt jedoch immer wieder, dass Menschen sich bei intensiver Fürsorge auch aus als hoffnungslos etikettierten Zuständen wieder erholen können [5][15]. Durch Begrenzung von Kassenleistungen für solche "Problemfälle" treten Besserungen vor Allem bei Betroffenen mit personell, emotional und finanziell gut ausgestattetem sozialem Umfeld auf und sind daher zahlenmäßig beschränkt. Nebenbei: Mit so bedingten niedrigen Besserungsraten die Einschränkung von ärztlichen Bemühungen und Krankenversicherungsleistungen zu begründen ist eine eigene Art von Logik.

Auch wenn das Ende eines Erdenlebens eine körperliche Ursache hat, muss diese nicht zwingend mit Leid verbunden sein, wie viele Menschen beispielhaft zeigen. Ursachen - bezogenen (kausalen) Therapien von Gesundheitsstörungen in als ohne Ausicht auf Besserung deklarierten Fällen haftet der Ruf von Menschenquälerei an. Das mag bei manchen Medikamenten oder medizintechnischen Anwendungen mit unangenehmen Nebenwirkungen der Fall sein. Unter der großen Zahl bekannter Therapien für alle möglichen Störungen finden sich aber vielleicht auch solche, die für Empfänger/innen wirksam und trotzdem erträglich sind [5]. Sanfte Behandlungen von Beschwerden auch kurz vor dem Lebensende sollten nicht nur danach beurteilt werden, ob sie medizinisch "Etwas bringen", sondern auch, ob sie Betreuten das Gefühl vermitteln, von Anderen bis zuletzt gemocht und umsorgt zu werden. Wie stark dies auch körperliche Beschwerden lindern kann, zeigen Erfahrungen aus der Psychosomatik.

Wer sich nicht auf Diskussionen über die ethische Vertretbarkeit lebenserhaltender Maßnahmen einlassen möchte kann sich auf den Standpunkt zurückziehen, dass es ihr/ihm um die Erleichterung des Lebens Betreuter geht und dies, nicht jedoch die Beeinflussung der Lebensdauer, das Ziel kausaler oder symptomatischer Therapien ist. Wer sich für einen Weg entscheidet, der eine Lebenserhaltung Betreuter zur Folge haben kann, muss sich oft sehr um menschliche, medizinische und materielle Hilfe bemühen. In diesem Fall ist von Hilfsorganisationen mit spirituellem Hintergrund am Ehesten Verständnis für die Ablehnung lebensverkürzender Maßnahmen zu erwarten. Wer an eine über die irdische materielle hinausgehende Welt glaubt, sollte auch deren Wesen um Hilfe bitten. Wirkt das Denken an das Lebensende einer/eines Betreuten niederdrückend, kann sich dies störend auf eine Pflegetätigkeit auswirken. Wer nicht streng an eine rein biologische Natur des Menschen glaubt, kann sich anhand von Veröffentlichungen über das Weiterleben eines Menschen nach dem Tod seines Körpers und Kontakte mit im Jenseits Lebenden vielleicht emotional etwas aufrichten [16].

Gerade häusliche Pflege, besonders wenn Jemand sie alleine leistet, lässt oft wenig Zeit und Kraft für über eine notwendige Basis - Betreuung hinausgehende Anstrengungen. Niemand soll ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie/er Hilfsmöglichkeiten nicht realisieren kann. Vielleicht werden auch Auswege aus Krisensituationen bewusst nicht gegangen, weil die dazu erforderliche Überwindung innerer Widerstände nicht möglich ist. Menschen, denen es so ergeht, sollten sich deshalb keine Selbstvorwürfe machen. Wenn sich aber durch Extra - Hilfen die gesundheitliche Situation von Gepflegten bessert, bringt dies eine Entlastung auch für die Pflegenden.

 

 

Eigene Erfahrungen


 

Dem Verfasser wurde von Ärzten offen empfohlen, seiner Mutter, nach einem Schlaganfall gelähmt und im Wachkoma, bei der nächsten sich bietenden Infektion durch Unterlassung medizinischer Hilfe aus einem Leben hinauszuhelfen, das keine Qualität mehr besitze. Von einer Wiedervorstellung bei gesundheitlichen Krisen sollte er doch bitte absehen. Letzterem hat er dann auch entsprochen und seine Mutter fortan selbst laienhaft zu behandeln versucht. Verschiedene körperliche Störungen, von Ärzt/inn/en und Pfleger/inne/n als von Dauer und sich zukünftig verschlimmernd eingeschätzt, gingen allmählich zurück. Sie konnte zuletzt wieder Zustimmung, Ablehnung und Freude äußern.

Wie die für die Mutter sicherlich vorhandenen Unannehmlichkeiten gegen ein vom Verfasser für sie erhofftes Gefühl eines erträglichen, vielleicht manchmal sogar angenehmen Lebens trotz ihres Zustands aufzuwiegen sind ist eine Frage des ethischen Geschmacks, über den einer antiken Empfehlung zufolge es sich nicht lohnt zu streiten.

 

 

Quellen und Anmerkungen


 

1. Zemlényi, Z.: Hopparesimi! Hemmer - Verlag: Frankenthal.
2. Hersche, U.: Wille heißt das Zauberwort und das Leben geht weiter. R.G. Fischer - Verlag: 2000.
3. Siehe Berichte über das Leben der blinden und taubstummen Helen Keller im Internet und in Buch - Form.
4. Kuby, C.: Unterwegs in die nächste Dimension. Verlag Goldmann: München 2008: Kapitel "Die Todas - Südindien" [Eine Menschengruppe, die das, was ihnen die Natur mehr bietet als sie brauchen, an Nachbarvölker verschenken und umgekehrt von diesen Produkte geschenkt erhalten. Der Warenaustausch erfolgt ohne kommerzielle Absichten. Eine ähnliche Basis des Zusammenlebens praktizieren auch einige experimentelle Gemeinschaften in hoch entwickelten Ländern.].
5. Siehe auch die Kapitel der Abteilung "Gesundheitsstörungen".
6. Moltmann, J.: Das Kommen Gottes. Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh 1995: 10. Zitiert in: Ewald, G.: An der Schwelle zum Jenseits. Matthias Grünewald - Verlag: Mainz 2001: 171.
7. Mit dem schwer behinderten Physiker Stephen Hawking ist persönliche Kommunikation möglich: http://www.hawking.org.uk/home/hindex.html
8. Kolb, S. / Wolf, C.: Kein einziges Märchen - Leidfaden Gesundheitswesen. Mabuse Verlag: Frankfurt 2007.
9. Spitzer, M.: Vom Sinn des Lebens. Verlag Schattauer: Stuttgart 2007.
10. Die Zuneigung zu Schwerstbehinderten kann sich erst mit Zeit einstellen. Der Koma - Forscher A. Zieger: "Ich habe viele körperlich entstellte Menschen im Wachkoma gesehen. ... Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bevor ich das Abstoßende dieses Anblicks in liebevolle Zuwendung wandeln konnte." Aus: Grenzbereiche der Wahrnehmung - Die ungewöhnliche Lebensform von Menschen im Koma und Wachkoma. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft 1998; (6). Verlag Reha Druck: Graz. Auch veröffentlicht im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/zieger-wahrnehmung.html
11. Papst Johannes Paul II. meinte 2004: "Auch unsere Brüder und Schwestern, die sich im klinischen vegetativen Zustand befinden, bewahren ihre volle menschliche Würde." [13].
12. Zimmer, C.: Die Neurobiologie des Selbst. In: Spektrum der Wissenschaft Mai 2006: 34 - 41.
13. Metzner, W.: "Es ist brutal, aber man wächst da rein". In: Stern 2005; (14). Auch veröffentlicht im Internet: http://www.stern.de/politik/panorama/538369.html?nv=ct_cb
14. Shiel, A. / Wilson, B. A.: Assessment after extremely severe head injury in a case of life or death: further support for McMillan. In: Brain Injury October 1998; 12 (10): 809 - 816. [Eine extrem schwer kopfverletzte Patientin mit minimaler Kommunikationsfähigkeit äußerte deutlich ihren Willen zum Weiterleben.]
15. McMillan, T. M. /Herbert, C. M.: Further recovery in a potential treatment withdrawal case 10 years after brain injury. In: Brain Injury September 2004; 18 (9): 935 - 940. [Eine nach Gehirn - Trauma tetraplegische und sprechunfähige Frau hatte vor diesem Ereignis einen Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen in einem solchen Fall gewünscht. Aufgrund neuropsychologischer Zeichen eines Lebenswillens wurde sie dennoch weiter am Leben erhalten. 7 Jahre nach Eintritt dieser Behinderung begann sich ihr Zustand zu bessern. Sprache, Eigeninitiative und Gefühlsäußerungen kehrten zurück. Sie konnte sich nunmehr mittels Rollstuhl fortbewegen und wieder normal essen und trinken.]
16. Siehe Kapitel "Persönliches".
17. Synofzig, M. / Marckmann, G.: Ernährung bis zuletzt? In: Deutsches Ärzteblatt 07. Dezember 2007; 104 (49): 2980 - 2983.
18. Siehe die zahlreichen Veröffentlichungen zu Terri Schiavo im Internet. In Deutschland können Anfang des 21. Jahrhunderts Eltern den Entzug lebenserhaltender Maßnahmen für ihre schwer behinderten Kinder gerichtlich legalisieren lassen.
19. Bild - Quelle: Kalender 2008, herausgegeben vom "Förderkreis "Die Schwestern Maria" / Hilfe für Kinder aus den Elendsvierteln e. V.". Site: http://www.schwesternmaria.de Wiedergabe mit dessen freundlicher Genehmigung.
20. Hinsberger, G.: Weil es dich gibt / Aufzeichnungen über das Leben mit meinem behinderten Kind. Herder Verlag: Freiburg 2007.
21. Für den Wissenschaftler P. Singer ist die Tötung behinderter Säuglinge erwägenswert.
22. Kuby, C.: Unterwegs in die nächste Dimension. Goldmann Verlag: München 2008: Kapitel "Katharsis - ohne Reise".
23. Zur Selbstsicht Behinderter siehe auch die Veröffentlichungen ihrer Organisationen. Eine Liste solcher bietet das Pflegewiki - Dokument "Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe".
24. Der deutsche Bundestagsabgeordnete W. Bosbach (CSU) berichtet von einer Patientin, die nach maschineller Beatmung sich wieder erholte und noch längere Zeit ein zufriedenes Leben führen konnte. Ihre vorher verfasste Verfügung, in der sie diese Therapie für sich ablehnte, war nicht auffindbar gewesen.
25. W. Ramm: Die Patientenverfügung. Veröffentlicht im Internet: http://www.aktion-leben.de/Euthanasie/Patientenverfuegung/sld05.htm [Wer sich am religiösen Hintergrund des Dokuments stört, sollte diesen ausblenden und nur das konfessionsunabhängig die Menschlichkeit allgemein Betreffende zur Kenntnis nehmen.]
26. Siehe auch Kapitel "Pflege - Hilfen: Allgemeines und Register".
27. Wenk, C.: Außergewöhnlich: Väterglück. Paranus - Verlag. [Sammlung von Reportagen über Väter, die ihre Kinder auch mit Down - Syndrom mögen.]
28. Friedrichsen, G.: "Bei uns nicht!" In: Der Spiegel 11.05.2009; (20): 52 - 54. [Mit der hier geschilderten Krankengeschichte wirbt die Autorin für die juristische Tolerierung des Abbruchs lebenserhaltender Maßnahmen auch ohne Patientenverfügung bei scheinbar ohne Ausicht auf Besserung Geschädigten. Das Beispiel zeigt aber auch, dass die Zustandsverschlimmerung durch mangelnde medizinische und betreuerische Unterstützung mit verursacht wurde.]
29. Hackenbroch, V. / Winter, S.: "Wie ein Messerstich". In: Der Spiegel 27.07.2009; (31): 120 - 122.
30. Patientin stirbt nach 60 Jahren in Eiserner Lunge. Meldung der Deutschen Presse - Agentur Ende Oktober 2009. [Die Australierin June Middleton war nach einer Polio - Erkrankung 60 Jahre lang 21 Stunden am Tag auf maschinelle Atemhilfe angewiesen gewesen. Dennoch hatte sie sich, unterstützt von einem Kreis befreundeter Menschen, eine lebensbejahende Einstellung und einen gewissen Humor bewahrt.]

 

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Zuletzt aktualisiert am 15.01.2010
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